Madrid/Spanien // Lebensmittel // Lesedauer 11 Minuten
Wann hast du das letzte Mal ein Bonbon gegessen und dich wie ein Kind gefühlt? In den Gassen Madrids verbirgt sich eine Bonboniere, die seit 1852 Künstler und Könige in ihren Bann zieht. Was macht dieses Geschäft so besonders? Was unterscheidet ein Industriezucker-Bonbon von einem Handgefertigten? Ist Zucker wirklich so gefährlich wie Koks? Und wer trägt die Verantwortung für unsere Gesundheit? Eine süße Expedition zu einer uralten Tradition, die noch heute ihre Daseinsberechtigung hat.

Stell dir vor, du betrittst einen Laden, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Uralte Holzdielen knarren unter deinen Füßen, während du von einem Meer bunter Glasgefäße umgeben bist. Jeder Behälter ist gefüllt mit Bonbons in allen Farben und Formen – von Karamell, die wie kleine Goldstücke glänzen, über zarte Veilchenaromen, die in sanftem Lila schimmern, bis hin zu bunten Lutschern, die wie kleine Kunstwerke wirken. Der Duft von Zuckerwatte und Schokolade liegt in der Luft und weckt Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitstage. Sich durch dieses Schlaraffenland zu schlemmen, kommt dem Himmel nahe. Willkommen bei La Pajarita in Madrid.
Bevor du jetzt weiterliest, – und um jedes Missverständnis vorzubeugen – dieser Beitrag ist von Zahnärzten nicht empfohlen. Es ist kein sozialer Beitrag wertvoller Kindererziehung. Meine Empfehlung an alle Mamas, die ihre Kids in Watte gepackt wissen wollen: Der Moment, die Delete-Taste zu drücken, ist jetzt gekommen, denn nachfolgender Text ist eine süße Hommage an alle Zuckerbäcker. Und ja, Naschen darf in den kommenden Minuten eine willkommene Sünde sein.
Wie süße Köstlichkeiten unsere Sinne verzaubern
Bonbons haben etwas Magisches, weil sie uns in die Kindheit zurückversetzen und mit jeder kleinen, zuckerhaltigen Leckerei ein Stück Freude und Nostalgie vermitteln. Der Geschmack ist ein wichtiger Aspekt, da sie oft verschiedene Aromen und Texturen kombinieren, die den Gaumen auf wunderbare Weise kitzeln – von süß bis sauer, von fruchtig bis cremig – es entstehen himmlische Duos, die clever komponiert sind. Diese Vielfalt macht jedes Drops zu einem kleinen Abenteuer. Die Farben und Formen der Köstlichkeiten wirken fast wie kleine Kunstwerke und sind ein Genuss nicht nur für den Gaumen, sondern auch für die Augen. Für viele sind sie untrennbar mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden – sei es das erste Mal, dass man sich eine Süßigkeit selbst ausgesucht hat, oder das Teilen einer Tüte mit Freunden und Familie. Sie bieten oft ein Ritual: das Auspacken, das langsame Auflösen im Mund, das Genießen jedes einzelnen Moments. Dieser kleine Genuss kann eine beruhigende Wirkung haben und den Alltag verschönern. In vielen Kulturen gibt es Bonbons, die mit besonderen Traditionen und Geschichten verbunden sind, wodurch sie oft ein Teil von Festen und Feierlichkeiten werden. Letztlich sind es diese kleinen, aber feinen Details, die diese Zuckerteilchen zu etwas so Magischem machen. Sie sind nicht nur Naschwerk – sie sind ein Stück Freude, das uns in vielen Momenten des Lebens begleitet. Schließlich ist ein Tag ohne Bonbons wie ein Himmel ohne Sterne, oder? Und wenn dem so ist: Welche Bedeutung haben Süßigkeiten in der Lebensmittelindustrie?



Mehr als nur ein süßer Zahn: Wie das Süßwaren-Business unsere Geschmacksknospen versklavt
Naschkatzen aufgepasst – die Süßigkeiten-Branche ist der absolute Knaller! Wir sprechen hier von einem Umsatz, der so hoch ist, dass selbst Dagobert Duck neidisch werden würde. Jeder von uns verdrückt im Schnitt fast 24 Kilo Süßigkeiten im Jahr. Das ist so viel, als würde man einen kleinen Hund nur mit Gummibärchen füttern. Und wir lassen uns das auch was kosten: Über 270 Euro wandern jährlich in Bonbons, Schokolade und Co.
Der Süßigkeiten-Kosmos ist vielfältig; von Schokolade, die uns dahinschmelzen lässt, über Zuckerwaren, die unsere Zunge kitzeln, bis hin zu Eis, das uns an heißen Tagen rettet. Für jeden ist was dabei. Und weil wir unersättlich sind, werden wir in den nächsten Jahren noch mehr Geld für Süßes ausgeben. Laut Prognosen werden es bis 2029 über 324 Euro pro Kopf werden. Das entspricht weltweit einem jährlichen Wert von hunderten Milliarden Dollar oder einem Wachstum von 4% pro Jahr (Quelle: Data Bridge Market Research). Das wird ein neuer Rekord!
Die berühmtesten Drops-Manufakturen der Welt
Es gibt immer noch ein paar Bonbon-Manufakturen auf der Welt, aber lasst uns ehrlich sein: Sie sind rar wie Goldstaub. Die meisten Süßigkeiten sind heute nichts anderes als industriezuckergeladene, künstlich gefärbte Massenware. Bei unserer Recherche haben wir folgende Betriebe gefunden:
- CiuCiu Bonbonwerk: Diese deutsche Manufaktur ist bekannt für ihre handgefertigten Drops in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Formen. Sie bieten auch personalisierte Zuckerstückchen für besondere Anlässe an.
- Betty’s BonBon Manufaktur: Diese deutsche Firma stellt handgemachte Bonbons aus natürlichen Zutaten her. Besonders beliebt sind ihre Frucht- und Kräutervarianten.
- Altmann & Kühne: Diese traditionelle Wiener Konfiserie ist bekannt für ihre handgemachten Zuckerl und Pralinen. Besonders berühmt sind ihre Veilchenbonbons und Mozartkugeln.
Die älteste Süßwarenmanufaktur Europas ist die spanische Bonboniere La Pajarita aus Madrid. Sie begeistert mit ihrem Faible für Tradition, seit 1852, Kunden auf der ganzen Welt mit handgefertigten Drops und Pralinen. Was macht dieses Unternehmen so besonders?



Ein Stück Geschichte zum Naschen: Entdecke das magische La Pajarita in Madrid
Ein Stadtbummel durch Madrid ist ein wahres Erlebnis für alle Sinne. Du beginnst am lebhaften Puerta del Sol, umgeben von Cafés und Straßenkünstlern. Weiter geht’s über die Gran Vía, wo sich beeindruckende Gebäude und Geschäfte aneinanderreihen. Der Retiro-Park lädt zum Entspannen ein, während du den See entlang schlenderst. In den engen Gassen von Malasaña und La Latina findest du bunte Märkte und charmante Tapas-Bars. Die Sonne kitzelt deine Nase und der Duft von gerösteten Mandeln liegt in der Luft. Plötzlich entdeckst du einen Laden, der dich magisch anzieht: La Pajarita! Seit 1852 gibt’s hier delikate Naschereien.
Beim Hereinkommen wirst du von einem Farben- und Duftwirbel begrüßt: Bonbons glitzern wie Juwelen und Pralinen scheinen dir zuzuwinken. Diese Manufaktur ist ein Museum, wo jedes Stück eine Story erzählt. Da sind zum Beispiel die lila Veilchendrops, die so beliebt waren, dass sie zum Symbol der Stadt wurden. Oder die Schokoladenfliegen, kleine Kunstwerke aus feinstem Kakao. Aber La Pajarita ist mehr als nur ein Süßigkeitenshop. Hier gingen Könige und Künstler ein und aus, und wichtige politische Entscheidungen wurden bei einem Bonbon getroffen! Die Zuckerstückchen waren sogar beim Mord an Don José Canalejas dabei – krass, oder?


Alles begann 1852, als Don Vicente Hijós y Palacio einen kleinen Laden in der Puerta del Sol eröffnete. Er hatte Kaffee, Schokolade, Tee und natürlich: Naschereien! Und die waren so gut, dass sein Laden schnell berühmt wurde. Über die Jahre wurde dieses Geschäft von Generation zu Generation weitergegeben, und jede Generation brachte ihre eigenen Geschichten mit. Sie wurde zu einem lebendigen Stück Madrider Geschichte.
Wenn du also mal in Madrid bist, musst du unbedingt zu La Pajarita! Teste die Produkte, hör dir die Geschichten an und genieß die besondere Atmosphäre. Diese Ikone ist wie ein Stück Madrid, das auf der Zunge zergeht. Und übrigens: Der Name kommt von Leuten, die aus Papierservietten kleine Fliegen gefaltet haben. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie «Das kleine Vögelchen». In dieser Manufaktur wird alles von Hand gemacht, genau wie anno dazumal. Ein Besuch ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit – und ein Fest für den Gaumen! Einen modernen Twist gibt’s beim Marktauftritt: Das Unternehmen ist gut vertreten in den sozialen Medien und beweist damit, sich dem Alltag anzupassen, ohne von der Gegenwart abgehängt zu werden.



Hinter jedem glänzenden Leckerbissen steckt ein Handwerksmeister
Die Bonbonherstellung ist ein faszinierender Mix aus Handwerkskunst und Technik. Alles beginnt mit einer Mischung aus Zucker, Glukosesirup und Wasser, die in einem Kessel auf etwa 140°C bis 160°C erhitzt wird. Dadurch karamellisiert der Zucker und verleiht der Masse ihre Konsistenz und Süße. In dieser Phase kommen Aromen und Farbstoffe hinzu – von natürlichen Fruchtextrakten über ätherische Öle bis hin zu fruchtigen Säften oder Farbstoffen wie Rote Bete oder Kurkuma.
Nach dem Erhitzen wird die Masse kontrolliert abgekühlt, um Kristallisation zu vermeiden. Sobald sie auf etwa 120°C abgekühlt ist, wird sie auf eine Arbeitsfläche gegeben, wo sie geknetet und gezogen wird. Dieser Schritt sorgt für die typische glänzende Textur der Bonbons.
Nun geht’s ans Formen. Für harte Bonbons wird die Masse geschnitten, während weiche oder gefüllte Zuckerstückchen spezielle Formen bekommen. Bei Karamelldrops wird die Füllung eingearbeitet, bevor sie weiterbearbeitet wird. Für Lutsch- oder Ziehbonbons wird die Mischung so lange gezogen, bis sie die perfekte Konsistenz erreicht.
Nach der Formgebung müssen die Leckereien abkühlen, damit sie ihre Textur und Festigkeit behalten. Sobald sie bereit sind, werden sie verpackt – entweder einzeln in Papier oder Folie oder als verpackungsfreie Ware in Behältern. In handwerklichen Betrieben genießt die Verpackung einen unglaublich hohen Stellenwert, verkörpert sich doch die Wertigkeit des Produktes.
Handgemachte Bonbons sind heute beinahe ein Relikt aus der Vergangenheit. In der Welt von Massenproduktion und billigen Industriezucker sind solche Delikatessen mittlerweile eine Seltenheit. Die Süßwaren hatten in der Vergangenheit einen komplett anderen Stellenwert. Werfen wir einen Blick in den Rückspiegel der Geschichte.

Zucker-Wahnsinn in Europa: Wie der süße Feind unsere Kinder krank macht!
Bonbons haben eine faszinierende Geschichte: Ursprünglich als Medizin in Ägypten und China genutzt, wurden sie im Mittelalter als Heilmittel in Apotheken verkauft. Ab dem 16. Jahrhundert, als Zucker erschwinglicher wurde, wandelten sie sich zu Naschereien. Im 19. Jahrhundert entstanden Klassiker wie Karamell und Pfefferminz. Heute gibt es eine riesige Auswahl an Süßigkeiten in allen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Doch haben Süßigkeiten auch eine Zukunft?
In Europa geht aktuell richtig die Post ab, wenn es um Zucker geht. Der weiße Kristall hat sich als der wahre Bösewicht entpuppt – und zwar der, der uns alle krank macht. Übergewicht, Diabetes, Karies… Manche Forscher sagen dem Süßstoff suchtähnliche Wirkung nach, ähnlich wie Kokain oder Nikotin.
Einige Länder verbieten künftig Werbung für zuckrige Sachen, besonders wenn sie sich an Kinder richtet. Großbritannien, Spanien oder Deutschland arbeiten an einem solchen Verbot. Und die Zuckersteuer? In einigen Ländern Europas bereits Realität wie in Frankreich, Ungarn, Dänemark, Norwegen, Portugal oder Finnland. Für alle anderen Länder bleibt es ein heißes Thema. Ob das was bringt?
Deutschland isst 35 Kilo Zucker pro Person und Jahr – das sind 24 Teelöffel pro Tag! Dabei rät die Weltgesundheitsorganisation, nicht mehr als 25 Gramm pro Tag zu essen, also sechs Teelöffel. Industriezucker, der in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln steckt, liefert zwar Energie, ist aber nicht so hochwertig wie z. B. natürliche Glucose in Obst. Denn mit diesem nehmen wir auch gesunde Stoffe wie Vitamine, Ballaststoffe oder Mineralstoffe zu uns.
Sollen die Hersteller weniger weiße Kristalle in ihre Produkte packen und damit gesündere Alternativen anbieten? Wer zwingt uns, diese Produkte zu kaufen? Ist die Regierung in der Verantwortung, was die Bevölkerung isst? Ist gesunde Kinder-Ernährung zum Luxusgut für privilegierte Eltern geworden? Werden Kids zu wandelnden Müllhalden, während Eltern sich um ihren eigenen Lifestyle kümmern? Sind Lehrer die neuen Ersatz-Eltern, wenn es um gesunde Ernährung geht? Wo ist die elterliche Verantwortung geblieben, wenn Mama und Papa ihren Nachwuchs mit Zucker vollstopfen, bis sie platzen? Was denkst du; machen nicht die kleinen, süßen Dinge im Leben den Moment lebenswert? Diskutiert mit!

Fazit:
La Pajarita, eine Unternehmens-Ikone aus Madrid, beweist, dass man auch in Zeiten des europäischen Zucker-Alarms jederzeit eine süße Versuchung genießen kann – und das mit gutem Gewissen. Seit 1852 verwöhnt die Marke ihre Kunden mit handgefertigten Süßigkeiten, die nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele berühren. Im Zeitalter der Schnelllebigkeit und Massenproduktion hebt sich diese Süßwarenmarke durch ihre jahrhundertealte Geschichte und das Bekenntnis zu Qualität und Tradition ab. Sie kombiniert exklusive Handwerkskunst mit einer verantwortungsbewussten Auswahl hochwertiger Zutaten, um Naschkatzen von heute ebenso zu begeistern wie die Generationen davor.
Doch was macht dieses aus Marketingsicht so einzigartig? Das ist schnell beantwortet:
Vertrauenswürdigkeit. Mit 172 Jahren auf dem Buckel steht diese Manufaktur wie keine andere für Stabilität und Zuverlässigkeit. In einer Welt, in der Unternehmen oft genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gegründet wurden, stellt sich La Pajarita als wertbeständige Größe dar. Diese lange Tradition und Erfahrung verleihen ihr eine außergewöhnliche Markenautorität, die sie als echten Experten auf ihrem Gebiet positioniert. Sie gehört zu den ältesten und bekanntesten Süßwarenmarke von Europa.
Zudem schafft das Alter der Marke eine starke emotionale Verbindung zu ihren Kunden. Wer sich an die Süßigkeiten dieser Genuss-Oase erinnert, fühlt sich sofort an Kindheitstage oder an besondere Momente zurückversetzt – und genau diese Nostalgie wird geschickt genutzt, um die Kundenbindung zu intensivieren. Das Resultat? Dieses Unternehmen wird nicht nur als Süßwarenmarke wahrgenommen, sondern als Symbol für exklusive Qualität und Prestige. Die Preise dieser handgefertigten Naschereien variieren je nach Produkt und Größe. Beispielsweise kostet eine 250-Gramm-Packung gemischter Klassischer etwa 45 Euro und könnten bis zu 110 Euro für größere Packungen steigen.
Das Unternehmen zeigt, dass man Tradition und Innovation hervorragend vereinen kann. Die Marke beweist, dass sie nicht nur anpassungsfähig ist, sondern sich auch in einem zunehmend gesättigten Markt behaupten kann. Die Süßigkeiten von heute sind nicht nur Genuss, sondern auch ein bewusstes Statement in Zeiten des Zuckerkonsums. La Pajarita bleibt relevant und zeigt, dass Qualität, Vielfalt und Verantwortung perfekt miteinander harmonieren. Und das in einer Welt, in der Süßes immer noch seinen Platz hat – vor allem, wenn es mit einer so langen Geschichte verknüpft ist.
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La Pajarita
Calle de Villanueva 14
28001 Madrid
Telefon: +34 91 435 74 54
Internet: https://bombonerialapajarita.es/
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